31.03.2010 / DE
FCI- Standard Nr. 352
RUSSISCHER TOY
(Russkiy Toy)

 

ÜBERSETZUNG : Christina Bailey / Offizielle Originalsprache (EN)
URSPRUNG : Russland
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN OFFIZIELLEN
STANDARDS : 21.02.2006.
VERWENDUNG : Gesellschaftshund
KLASSIFIKATION FCI : Gruppe 9 Gesellschafts- und
Begleithund
Sektion 9 Kontinentaler
Zwergspaniel und Russischer
Zwerghund
Ohne Arbeitsprüfung
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Englische Toy
Terrier war zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine der beliebtesten Toy
Rassen in Russland. Trotzdem wurden zwischen 1920 & 1950 kaum noch
rassereine Toy Terriers gezüchtet, so dass die Anzahl der Hunde einen
kritischen Stand erreichte. Erst in den 50iger Jahren nahmen die
russischen Züchter die Zucht dieser Rasse wieder auf. Fast alle Hunde,
die für die Zucht benutzt wurden, hatten keine Ahnentafeln; viele waren
nicht reinrassig. Der Standard, welcher für die Toy Terriers geschrieben
wurde, unterschied sich im Wesentlichen von dem des Englischen Toy
Terriers. Von diesem Zeitpunkt ging die Entwicklung der Rasse in
Russland ihren eigenen Weg. Am 12. Oktober 1958 wurde ein Rüde mit
sensationellen Fransen an den Ohren und Beinen geboren. Die Eltern
dieses Hundes waren glatthaarige Hunde, von denen einer etwas längeres
Haar hatte.
Man entschied sich diese Besonderheit beizubehalten. Der Rüde wurde
mit einer Hündin verpaart, die auch etwas längeres Haar hatte. So
entstand die langhaarige Varietät des Russischen Toy. Man nannte sie
Moskau Langhaariger Toy Terrier.
Ein Züchter von Moskau, Yevgueniya Fominichna Zharova, spielte eine
wichtige Rolle in der Kreation dieser Rasse Varietät.
Während einer langen Entwicklungsphase mit speziell ausgewählten
Zuchttieren wurde eine neue Rasse geschaffen: Der Russische Toy mit
zwei Varietäten: Langhaar und Glatthaar.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Ein kleiner eleganter
Hund, lebhaft, hochbeinig mit feinen Knochen und dünner Muskulatur.
Sexuelle Unterschiede nur wenig ausgeprägt.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Quadratisch gebaut. Die Höhe zum
Ellbogen ist nur wenig mehr als die Hälfte der Höhe zum Widerrist.
Die Brust ist ausreichend tief.
VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN) : Lebhaft, sehr freudig,
nicht ängstlich oder aggressiv. Das Verhalten ist deutlich
verschieden zwischen Rüden und Hündinnen.
KOPF : Klein im Verhältnis zum Körper.
OBERKOPF :
Schädel : Hoch aber nicht zu breit (die Breite auf der Ebene der
Jochbeinbögen ist nicht gröβer als die Schädeltiefe)
Stopp: Klar ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Klein, schwarz oder der Haarfarbe angeglichen.
Fang : Schmal und spitz, etwas kürzer als der Schädel.
Lefzen : Dünn, schmal, gut geschlossen und dunkel oder der
Haarfarbe angeglichen.
Kiefer/Zähne : Klein, weiβ. Scherengebiss. Das Fehlen von 2
Schneidezähnen in jedem Kiefer ist erlaubt.
Backen: Nur wenig ausgeprägt.
Augen : Ziemlich groβ, rund, dunkel, etwas hervorstehend, gut
auseinanderstehend und geradeaus sehend. Augenlider sind dunkel
oder der Haarfarbe angeglichen, gut anliegend.
Ohren : Groβ, dünn, hoch angesetzt, aufgerichtet.
HALS : Lang, schmal, hoch getragen und etwas gerundet.
KÖRPER :
Rückenlinie : Vom Widerrist bis zum Rutenansatz langsam
abfallend.
Widerrist : Etwas ausgeprägt.
Rücken : Kräftig und gerade.
Lenden : Kurz und etwas gewölbt.
Kruppe : Die Kruppe ist etwas gewölbt und leicht abfallend.
Brust : Die Brust ist oval, ausreichend tief und nicht zu breit.
Untere Profillinie und Bauch: Etwas hochgezogener Bauch und
Flanken, eine schön geformte Linie von der Brust zu den Flanken
ergebend.
RUTE : Kupiert (nur zwei oder drei Wirbel sollten verbleiben),
hoch getragen. In den Ländern, die ein Kupierverbot haben,
verbleibt die natürliche Rute. Unkupiert: Sichelrute. Sie sollte nicht
unterhalb der Rückenlinie getragen werden.
GLIEDMASSEN:
VORDERHAND:
Allgemeines: Dünn und schmal, von vorne gesehen sind die
Vorderbeine gerade und parallel.
Schulter : Die Schulterblätter sind mässig lang und fallen nicht zu
stark ab.
Oberarm : Bildet einen Winkel von 105 Grad mit dem
Schulterblatt. Die Länge des Oberarms ist ungefähr gleich lang wie
die Länge der Schulter.
Ellbogen : Am Körper anliegend.
Unterarm : Lang und gerade.
Vorderfuβwurzelgelenk : Schmal.
Vordermittelfuβ : Fast vertikal
Vorderpfoten : Klein, oval, nicht ein- oder ausgedreht. Die Zehen
sind kompakt und gerundet. Nägel und federnde Ballen sind
schwarz oder der Haarfarbe angeglichen.
HINTERHAND :
Allgemeines : Von hinten gesehen sind die Hinterbeine gerade und
parallel, stehen aber etwas breiter als die Vorderbeine. Knie- und
Sprunggelenke sind ausreichend gewinkelt.
Oberschenkel : Die Muskulatur ist schmal und ausgeprägt.
Unterschenkel : Der Ober- und Unterschenkel sind gleich lang.
Sprunggelenk : Ausreichend gewinkelt.
Hintermittelfuβ : Vertikal.
Hinterpfoten : Gewölbt, ein wenig enger als die Vorderpfoten.
Nägel und Ballen sind schwarz oder der Haarfarbe angeglichen.
GANGWERK : Leicht, gerade, schnell. Keine auffällige
Veränderung der Rückenlinie während des Laufens.
HAUT : Dünn, trocken und eng anliegend.
HAARKLEID :
Haar : Es gibt zwei Typen für diese Rasse, Glatthaar und
Langhaar.
• Glatthaar : Kurz, dicht anliegend, glänzendes Haar, ohne
Unterwolle oder kahle Stellen.
• Langhaar : Der ganze Körper ist mit ziemlich langem (3-5
cm) geradem oder leicht welligem Haar bedeckt. Es
ist dicht anliegend und versteckt die natürliche Auβenlinie
des Körpers nicht. Das Haar am Kopf und an der
Vorderseite der Beine ist kurz und liegt dicht an.
Auffällige Befederung an den Hinterseiten der Beine.
Die Pfoten haben langes, seidiges Haar, welches die Nägel
komplett überdeckt. Die Ohren sind mit langem,
Fransen bildendem Haar bedeckt.
Hunde, die älter als 3 Jahre sind haben solche Fransen, die
die äuβeren Ecken und Enden der Ohren komplett
verstecken.
Das Körperhaar sollte nicht zerzaust aussehen und auch
nicht zu kurz sein (weniger als 2 cm).
FARBE : Schwarz mit loh, braun mit loh, blau mit loh. Auβerdem
rot in jeder Schattierung mit oder ohne brauner Wolkung. Intensive
Farbtöne sind bei allen Farben vorzuziehen.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe : Rüden und Hündinnen: 20 – 28 cm (Toleranz +/- 1
cm)
Gewicht : Rüden und Hündinnen: bis zu 3 kg.
FEHLER :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die
Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.
· Ängstliches Wesen.
· Zangengebiss oder nach vorne abfallende Schneidezähne
· Halbaufgerichtete Ohren. Bei langhaarigen Hunden mit
schweren Fransen ist diese Eigenart erlaubt aber nicht
erwünscht.
· Tiefer Rutenansatz.
· Kahle Stellen bei glatthaarigen Hunden.
· Zu langes oder zu kurzes Körperhaar bei langhaarigen
Hunden.
· Kleine weiβe Flecken an der Brust und an den Zehen.
· Einfarbig schwarz, braun oder blau. Loh Zeichnung zu groβ
oder mit dunkler Tönung.
DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:
· Aggressive oder übermässig ängstliche Hunde
· Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder
Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
· Rückbiβ, ausgeprägter Vorbiβ. Das Fehlen von einem Eckzahn;
das Fehlen von mehr als 2 Schneidezähnen pro Kiefer.
· Hängende Ohren.
· Kurze Beine.
· Viele kahle Stellen bei kurzhaarigen Hunden.
· Langhaarige Hunde: das Fehlen von Fransen an den Ohren und
· Anzeichen von lockigem Haar.
· Weiβes Haar, weiβe Flecken am Kopf, am Bauch und oberhalb
· des Vordermittelfuβes, groβe weiβe Flecken an der Brust und
Kehle, Anzeichen von gestromter Zeichnung.
· Gröβe über 30 cm oder unter 18 cm.
· Weniger als 1 kg Gewicht.
N.B.
· Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
· Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch
gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.